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So erhalten Sie die richtige Konformitätskennzeichnung für Ihre elektronischen Produkte in Japan 

Der Export elektronischer Produkte nach Japan umfasst mehr als nur den Versand. Sie müssen das japanische Gesetz zur Sicherheit von Elektrogeräten und -materialien (PSE) einhalten, um sicherzustellen, dass Ihr Produkt den gesetzlichen Sicherheitsstandards entspricht. Wenn Sie von Anfang an die richtigen Schritte unternehmen, bauen Sie Vertrauen bei den japanischen Verbrauchern auf und schaffen die Voraussetzungen für langfristigen Erfolg in diesem Markt.

Wir haben bereits die Grundlagen des Imports von Elektronikprodukten behandelt. In diesem Beitrag gehen wir nun näher auf die spezifischen Kennzeichnungen ein und erklären, was Sie für verschiedene Produkttypen wissen müssen.

Weiterlesen: Elektronik nach Japan importieren? Hier finden Sie alles, was Sie wissen müssen!

Die japanischen Compliance-Gesetze für Elektronik verstehen 

Japan hat strenge Gesetze für den Import von Elektronikprodukten. Zwei wichtige Vorschriften, die Sie beachten müssen, sind:

  • Das Gesetz über die Sicherheit von Elektrogeräten und Materialien (PSE)
  • Das japanische Rundfunkgesetz

Jede dieser Vorschriften gilt für unterschiedliche Produkttypen und erfordert spezifische Zertifizierungen. Sehen wir uns diese einmal genauer an.

Das Gesetz über die Sicherheit von Elektrogeräten und Materialien (PSE) 

Das PSE-Gesetz gilt für 457 Arten von elektronischen Produkten, die je nach Risikostufe in zwei Kategorien unterteilt sind:

Spezifizierte elektrische Produkte

Dies sind Produkte mit einem höheren Unfall- oder Verletzungsrisiko. Sie erfordern:

  • Bewertung durch eine vom METI registrierte Konformitätsbewertungsstelle (Registered CAB).
  • Das diamantförmige PSE-Zeichen auf dem Produkt nach der Zulassung.

Nicht spezifizierte elektrische Produkte

Produkte mit geringem Risiko fallen in diese Kategorie, die Folgendes erfordert:

  • Ein Verfahren zur Selbstdeklaration.
  • Das Produkt, auf dem das kreisförmige PSE-Zeichen angezeigt werden soll.

Selbst für nicht spezifizierte Produkte benötigen Sie als nicht in Japan ansässiger Hersteller einen rechtlichen Partner in Japan, um das PSE-Zeichen zu erhalten. Außerdem muss jedes Gerät vor dem Versand einer Selbstinspektion unterzogen werden.

So kategorisieren Sie Ihr Produkt für die PSE-Zertifizierung 

Das Verständnis der Klassifizierung Ihres Produkts ist der erste Schritt zur Einhaltung der Vorschriften.

1. Identifizieren Sie die Produktkategorie.

  • Beziehen Sie sich auf die offiziellen Klassifizierungen: Bestimmen Sie anhand des Namens und des Verwendungszwecks Ihres Produkts, in welche der 20 Kategorien es fällt. 
  • Mehrere Funktionen: Wenn Ihr Produkt mehrere Funktionen hat, berücksichtigen Sie alle Funktionen, da jede einzelne Auswirkungen auf die Konformitätsanforderungen haben kann.

2. Bestätigen Sie den Produktnamen und die Details.

  • Beabsichtigte Verwendung widerspiegeln: Der Produktname sollte klar auf die beabsichtigte Verwendung und Funktion hinweisen und nicht nur eine Modellnummer enthalten.
  • Alle Verwendungszwecke im Namen widerspiegeln: Wenn ein Produkt mehrere Funktionen hat, sollten Sie die Namen für alle diese Funktionen berücksichtigen und dies entsprechend bei der Namensgebung berücksichtigen.
  • Beispiel: Ein „Elektroheizgerät“ sollte entsprechend seiner Verwendung benannt werden, z. B. für persönliche Wärme, für den industriellen Einsatz usw.

3. Struktur und Ratings bewerten

  • Erforderliche detaillierte Informationen: Geben Sie genaue Angaben zur Struktur, zu den Materialien und zu den elektrischen Nennwerten (Spannung, Frequenz, Leistungsaufnahme) des Produkts.
  • Überprüfen Sie die elektrischen Nennwerte:
    • Spannung und Frequenz: Produkte mit einer Nennspannung zwischen 100 V und 300 V und einer Frequenz von 50 Hz oder 60 Hz sind in der Regel reguliert.
    • Leistungsaufnahme: Bei Wechselstromversorgungen sind Geräte mit einer Eingangsleistung von 1 kVA oder weniger enthalten.

4. Mitgelieferte Teile und Zubehörteile berücksichtigen

  • Separate Konformität: Zubehör wie Ladegeräte oder Adapter erfordern möglicherweise eigene Konformitätsverfahren, auch wenn sie zusammen mit nicht regulierten Artikeln wie Laptops verpackt sind.

5. „Katashiki“ (Produkttyp) verstehen

Produkte werden anhand ihrer Struktur, ihrer Materialien oder ihrer Funktion kategorisiert, um sicherzustellen, dass sie ähnlichen Sicherheitsstandards entsprechen. Beispielsweise können Produkte mit unterschiedlichen Nennspannungen, aber derselben Struktur unterschiedliche Zertifizierungen erfordern.

  • Klassifizierungsfaktoren: Basierend auf Struktur, Materialien und Funktion, um ein einheitliches Sicherheitsniveau zu gewährleisten. Erfahren Sie hier mehr.
  • Variationen sind wichtig: Selbst Produkte mit derselben Struktur können aufgrund von Spezifikationen wie der Leistungsabgabe unterschiedliche Klassifizierungen aufweisen.

Das japanische Rundfunkgesetz 

Das Funkgesetz gilt für alle Geräte, die das Funkfrequenzspektrum nutzen und mit Frequenzen unter 3 THz arbeiten, einschließlich WLAN- und Bluetooth-Geräten.

Zertifizierungsprozesse gemäß dem Funkgesetz:

1. Spezifizierte Funkanlagen (SRE)

  • Typische Geräte: Von Verbrauchern betriebene Funkgeräte wie WLAN-Router und Bluetooth-Geräte.
  • Zertifizierung: Erfordert eine Zertifizierung durch eine vom MIC (Ministerium für Inneres und Kommunikation) benannte registrierte Zertifizierungsstelle (RCB).
  • Normen: Spezifisch für Japan und nicht offiziell ins Englische übersetzt.

2. Hochfrequenzgeräte

  • Anforderungen: Muss einer Konformitätsprüfung unterzogen werden.
  • Registrierung: Muss von einem lokalen japanischen Unternehmen bei der zuständigen MIC-Niederlassung registriert werden.
  • Ausnahmen: Einige Produkte sind ausgenommen, müssen jedoch weiterhin den Vorschriften entsprechen.

3. Geräte mit extrem geringem Stromverbrauch (ELP)

  • Keine Zertifizierung erforderlich: Es ist keine Lizenz oder Zertifizierung erforderlich.
  • Konformität: Muss den Störungsnormen gemäß dem Funkgesetz entsprechen.
  • Optionale Prüfung: Kann freiwillig einer PSE-Prüfung zur Sicherheitsgewährleistung unterzogen werden.

Das Funkgesetz enthält Bestimmungen für Spezialgeräte, die mit internationalen Übereinkommen wie SOLAS im Einklang stehen.

 Vereinfachung der Klassifizierungen im Funkrecht 

1. Spezifizierte Funkanlagen (SRE)

  • Betroffene Geräte: Die meisten drahtlosen Verbrauchergeräte (z. B. WLAN-Router, Bluetooth-Geräte).
  • Erforderliche Maßnahme: Besorgen Sie sich eine Zertifizierung von einer von MIC benannten RCB.

2. Hochfrequenzgeräte

  • Betroffene Geräte: Geräte, die mit hohen Frequenzen betrieben werden und nicht unter SRE fallen.
  • Erforderliche Maßnahmen: Konformitätsprüfung und Registrierung beim MIC über ein lokales japanisches Unternehmen.

3. Geräte mit extrem geringem Stromverbrauch (ELP)

  • Betroffene Geräte: Geräte, die mit sehr geringer Leistung betrieben werden.
  • Erforderliche Maßnahmen: Stellen Sie sicher, dass sie den Interferenzstandards entsprechen. Eine Zertifizierung ist optional, wird jedoch zur Gewährleistung der Sicherheit empfohlen.

 Wie man die Einhaltung sicherstellt 

  • Zusammenarbeit mit einem Rechtsvertreter: Nicht-japanische Hersteller benötigen einen Rechtsvertreter in Japan, der sich um die Zertifizierung und Produktzulassung kümmert.
  • Halten Sie die Unterlagen auf dem neuesten Stand: Die ordnungsgemäße Dokumentation ist von entscheidender Bedeutung. Stellen Sie sicher, dass Sie alle erforderlichen Unterlagen für die Einreichung bereit haben.
  • Wählen Sie eine zuverlässige Prüfstelle: Für Funkgeräte und bestimmte Elektronikgeräte müssen externe Labore von den japanischen Behörden zugelassen sein.

Der Import elektronischer Produkte nach Japan ist mit komplexen Vorschriften verbunden. Von der richtigen Produktklassifizierung bis hin zur Einhaltung der Sicherheitsvorschriften ist jeder Schritt entscheidend. Fehler können zu Verzögerungen führen oder sogar Ihre Expansionspläne zunichte machen.

Die Konformitätskennzeichnung gemäß dem PSE-Gesetz und dem japanischen Funkgesetz muss vor der Produktion, Verpackung und dem Versand überprüft werden. Eine falsche Klassifizierung, eine fehlerhafte Kennzeichnung oder eine unzulässige Importeursbezeichnung können die Zollabfertigung verzögern und Ihr Unternehmen einem regulatorischen Risiko aussetzen.

Der Eintritt von Elektronikprodukten in den japanischen Markt sollte von Anfang an auf einer Zertifizierungsstrategie, einer Importeurarchitektur und einer Dokumentationskontrolle basieren.

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